Veröffentlicht von CareerBuilder Germany am 05 Mai 2015
Themen: Recruiting-Tipps | Keine Kommentare

shutterstock_105024425_843

Spätestens, wenn man die Fülle wissenschaftlicher Kommunikationsmodelle betrachtet, wird einem klar: Kommunikation ist mehr als das faktische Wort. Wir zeigen Ihnen heute, wie Sie in Ihrer Kommunikation mit Kandidaten punkten können und wie Ihre Botschaft richtig ankommt.

„Sie werden von mir hören.“

Wie Bewerber den Satz interpretieren: Jobsuchende erwarten nun eine Rückmeldung von Ihnen – statt zu erkennen, dass Sie womöglich nie mehr von Ihnen hören werden.

Was Sie stattdessen sagen sollten: Seien Sie ehrlich – die Bewerber stehen Schlange und dieser Anruf oder diese Absage per E-Mail steht eindeutig ganz unten auf Ihrer Prio-Liste. Machen Sie deutlich, wie und wann Sie sich melden werden – ob nun, um dem Kandidaten einen Job anzubieten oder um ihn zu informieren, dass Sie sich für jemand anderen entschieden haben. Es ist in Ordnung, wenn der Prozess mehr Zeit in Anspruch nimmt als erwartet – solange Sie dies an die Kandidaten kommunizieren; Bewerber würden lieber eine Absage erhalten als gar keine Antwort.

“Das ist kein 9-to-5 Job.”

Wie Bewerber den Satz interpretieren: Bewerber könnten dies fälschlicherweise als Warnsignal im Hinblick darauf interpretieren, dass Ihr Unternehmen keine Rücksicht auf eine gesunde Work-Life-Balance legt und Sie Ihre Mitarbeiter ausnutzen.

Was Sie stattdessen sagen sollten: Es ist nichts Neues, dass Arbeitgeber heute mehr erwarten als die typischen, festen Arbeitszeiten. Jeder erwartet es, und somit ist es nichts, wovor Sie zurückschrecken müssen. Wichtig ist, dass Sie zunächst betonen, dass Ihr Unternehmen eine gesunde Work-Life-Balance schätzt und versteht, dass Mitarbeiter sich auch mal erholen müssen. Haben Sie Ihre Wertvorstellungen erst einmal deutlich gemacht, können Sie kommunizieren, dass dieser Job – wie fast jeder andere auch – voraussetzt, dass Mitarbeiter ab und zu auch außerhalb der Arbeitszeiten erreichbar sind.

“Wir möchten diese Position so schnell wie möglich besetzen.”

Wie Bewerber den Satz interpretieren: Sie stehen kurz vor einer Entscheidung, es ist also maximal noch eine Frage von Tagen.

Was Sie stattdessen sagen sollten: “So schnell wie möglich”, “bald” oder “sofort” können von verschiedenen Menschen ganz unterschiedlich aufgefasst werden. Sie sollten also lieber eine realistischere Zeitspanne angeben – zum Beispiel: innerhalb des nächsten Monats – oder erwähnen Sie einfach gleich, dass Sie keinem festen Zeitplan folgen, da dieser von verschiedenen anderen Faktoren abhängig ist.

Fragen stellen, die nur mit “Ja” oder “Nein” beantwortet werden können.

Wie Bewerber diese Vorgehensweise interpretieren: Wenn viele Ihrer Fragen nur mit einem einfachen “Ja” oder “Nein” beantwortet werden können, wird dies den Anschein erwecken, dass Sie einfach nur Ihre Checkliste abarbeiten möchten oder dass Sie versuchen, das Vorstellungsgespräch so schnell wie möglich hinter sich zu bringen, weil Sie bessere Dinge zu tun haben. Darüber entgeht Ihnen dadurch die Chance, Ihre Kandidaten besser kennen zu lernen.

Was Sie stattdessen sagen sollten: Stellen Sie so viele offene Fragen wie möglich, um Kandidaten die Möglichkeit zu geben, detailliert zu antworten. So werden Sie übrigens auch mehr über die Persönlichkeit und Qualifikationen des Bewerbers erfahren.

“Unser Budget ist stark begrenzt.”

Wie Bewerber den Satz interpretieren: Bewerber könnten dies negativ deuten – als wäre Ihr Unternehmen darauf bedacht, Qualität zu opfern, um bei jeder sich bietenden Gelegenheit Geld zu sparen.

Was Sie stattdessen sagen sollten: Zuerst sollten Sie die Gehälter recherchieren, die Ihre Wettbewerber für ähnliche Positionen anbieten. Wenn Kandidaten dann Fragen stellen oder über unrealistische Zahlen verhandeln wollen, können Sie bestimmter argumentieren und einwerfen, dass Sie sich informiert haben und eine durchaus konkurrenzfähige Summe anbieten.

“Heimarbeit ist bei uns nicht erwünscht.”

Wie Bewerber den Satz interpretieren: Bewerber könnten hier denken, dass Sie feste Regeln haben und niemals irgendeine Form des flexiblen Arbeitens anbieten.

Was Sie stattdessen sagen sollten: Auch hier sollten Sie zunächst wieder kommunizieren, dass Ihrem Unternehmen die Work-Life-Balance wichtig ist. Sagen Sie, dass Sie Mitarbeitern zwar gewöhnlich nicht die Möglichkeit anbieten, von zu Hause aus zu arbeiten. Dass Sie jedoch Verständnis dafür haben, dass Heimarbeit in manchen Umständen durchaus notwendig sein kann und dass Sie im Einzelfall gerne eine Lösung finden werden.

 

Artikel, die Sie auch interessieren könnten:

Wie Sie den nächsten Steve Jobs einstellen: 10 Tipps von seinem ehemaligen Chef

Infografik: Einblicke in das Gehirn eines HR-Profis

„Because I’m happy“ – Erfolg braucht glückliche Mitarbeiter

Die „Millennials“ sind vorbei: Es ist Zeit für die „Generation Z“

360-Grad-Studie: Was Personaler vermuten und Kandidaten tun

Deutsche Arbeitnehmer setzen Sicherheit vor Gehalt

Wie Recruiter und Kandidaten besser zusammenfinden

Motivation durch geldwerte Vorteile – Die besten Alternativen zur Gehaltserhöhung

Mitarbeiter richtig einstellen: Sechs Tipps

Personalsuche: Tunnelblick im Auswahlverfahren vermeiden

Auswahlgespräch: So vermeiden Sie Fehlbesetzungen

Bewerbungsschwindel: So entlarven Sie Betrüger

 

Bildquelle: © Ollyy - Shutterstock.com

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Updates per E-Mail erhalten