Veröffentlicht von CareerBuilder Germany am 14 März 2019
Themen: Recruiting-Tipps - Kommunikation - Recruiting-Prozess | Keine Kommentare

telefoninterview_mar2019_843x474_215240521Es ist ein Unterschied, ob Sie ein Gespräch vis-à-vis oder am Telefon führen, denn bei einem Telefonat geben Ihnen Mimik und Gestik keinerlei Aufschluss über die Persönlichkeit Ihres Gesprächspartners. Dadurch kann es zu Fehleinschätzungen kommen, die es aber gerade im Recruiting zu vermeiden gilt. Trotzdem sind Telefoninterviews in der Personalauswahl ein adäquates Mittel, beispielsweise um ohne großen Zeit- und Kostenaufwand eine Vorauswahl zu treffen. Hier gilt es, die richtigen Fragen zu stellen.

Nicht jede Frage eignet sich für das Telefoninterview

Während eines Telefoninterviews können Sie sich nur ein sehr eingeschränktes Bild vom Bewerber machen. Hier den gleichen Gesprächsleitfaden anzusetzen, den Sie normalerweise für Bewerbungsgespräche verwenden, ist in der Regel wenig sinnvoll. Vor allem Stress- und Persönlichkeitsfragen, bei denen die unmittelbare Reaktion des Bewerbers einen Teil der Antwort bildet, sind bei einem telefonischen Interview überflüssig. Fachliche Qualifikationen hingegen lassen sich objektiv bewerten und können problemlos auch telefonisch erfragt werden.

Geeignete Themenfelder für ein Telefoninterview sind demnach:

  • Persönliche Motivation / Interesse an der Aufgabe und am Unternehmen

  • Fachliche Qualifikationen, Muss-Kriterien

  • Konkrete Fragen zum Lebenslauf

  • Kommunikationsfähigkeit, ggf. auch Fremdsprachenkenntnisse

  • Allgemeine Rahmenbedingungen (Gehalt, Eintrittsdatum)

Welches Ziel hat das Gespräch?

Definieren Sie zunächst Ihre Zielsetzung für das Telefoninterview. Wenn es darum geht, eine Vorauswahl zu treffen, müssen Sie noch nicht ins Detail gehen. Zunächst möchten Sie in Erfahrung bringen, ob der Kandidat die wesentlichen Must-Haves erfüllt, wann er den Job antreten könnte und ob Aufgaben und Rahmenbedingungen auch seinen eigenen Erwartungen entsprechen. Da Sie vermutlich mehrere Telefonate mit Bewerbern führen werden, ist es wichtig, standardisiert vorzugehen. So lassen sich die Gespräche untereinander besser vergleichen und auswerten.

5 gute Fragen für ein Telefoninterview:

Neben gezielten Fragen zur Person und zum beruflichen Werdegang, geben Ihnen diese fünf Fragen Aufschluss darüber, wie motiviert und talentiert die Bewerber sind. Da sich die Antworten gut vergleichen lassen, können Sie eine fundierte Entscheidung treffen, wer sich persönlich vorstellen darf.

1 Welche beruflichen Ziele haben Sie? Was möchten Sie langfristig erreichen?

Idealerweise stellen Sie diese Frage noch bevor Sie über die offene Stelle oder das Unternehmen gesprochen haben. Talentierte und motivierte Kandidaten haben in der Regel klare Zielvorstellungen und sprechen mit einer gewissen Begeisterung von der Zukunft. So können Sie überprüfen, ob die persönlichen Ziele mit denen des Unternehmens vereinbar und somit einer erfolgreichen Zusammenarbeit dienlich sind.

2 Warum sind Sie der perfekte Kandidat für den Job?

Hier zeigt sich, ob die Bewerber verstanden haben, welche Schlüsselqualifikationen die Stelle erfordert und in wieweit sie den fachlichen Anforderungen an den Job gerecht werden. Anhand einer Auflistung der Must-Haves können Sie nun Übereinstimmungen oder Abweichungen notieren. Sollten die Bewerber nicht von sich aus die Muss-Kriterien benennen, können Sie gezielt nachfragen. Wichtig: Lassen Sie die Kandidaten anhand konkreter Beispiele erläutern, wie sie das entsprechende Knowhow erworben bzw. wo sie es bisher eingesetzt haben.  

  1. 3 Welche beruflichen Stärken bringen Sie mit und wo können Sie sich möglicherweise noch verbessern?

Auch im Telefoninterview darf der Klassiker nicht fehlen. Natürlich werden sich die Bewerber bestens auf diese Frage vorbereitet haben und vor allem ihre Stärken benennen können. Geben Sie sich damit nicht zufrieden, sondern fordern Sie auch hier konkrete Beispiele aus früheren Arbeitssituationen und lassen Sie sich erläutern, inwieweit diese Stärken in der neuen Position von Vorteil sind. Statt Schwächen sollen die Kandidaten Verbesserungspotenziale aufzeigen. Dadurch vermeiden Sie, dass eigentliche Stärken wie Perfektionismus, Ehrgeiz etc. als vermeintliche Schwächen getarnt werden.

  1. 4 Welche offenen Fragen haben Sie zur Stelle und den Aufgaben

Die Fragen, die Ihnen die Bewerber jetzt stellen, zeigen zum einen, wie gut sie sich im Vorfeld mit dem Unternehmen und dem Jobprofil auseinandergesetzt haben. Wird nach allgemeinen Informationen gefragt, die sich problemlos hätten recherchierten lassen, kann ein ernsthaftes Interesse an der Stelle bezweifelt werden. Auf der anderen Seite offenbaren die Fragen auch, welche Erwartungen die Kandidaten an Ihren neuen Arbeitgeber stellen. Selbstbestimmtes Arbeiten, flexible Arbeitseinteilung, persönliche Weiterentwicklung – wenn Sie feststellen, dass Ihr Unternehmen diesen Erwartungen nicht gerecht werden kann, wird der Bewerber nicht langfristig zu motivieren sein.

  1. 5 Auf einer Skala von 1 bis 10 – wo liegt Ihr aktuelles Interesse an diesem Job?

Zum Schluss des Telefoninterviews stellen Sie eine Frage, die die Motivation und die Begeisterung der Bewerber für den Job und das Unternehmen offenbaren. Kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen oder eher zögerlich und fragend? Lassen Sie sich die Bewertung in jedem Fall begründen. So mancher wird sein Interesse mit einer 10 kundtun, um seine Bewerbungschance nicht zu schmälern. Die Frage nach dem Warum ist an dieser Stelle genauso angebracht wie bei einem niedrigeren Wert. Haken Sie solange nach, bis Sie zufriedenstellende Argumente bekommen haben.


 

 

Source: 

https://arbeitgeber.campusjaeger.de/hr-blog/telefoninterview-leitfaden

https://www.abc-personal-strategie.de/telefoninterview/

Image: © De Visu - Shutterstock.com

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