Veröffentlicht von CareerBuilder Germany am 11 Juli 2019
Themen: Recruiting-Tipps - Big Data - HR Management & Strategie | Keine Kommentare

Big Data im Recruiting: Die 6 Grundlagen der Datennutzung

Attraktive Arbeitgeber überzeugen nicht mit kostenlosen Snackbars und einem Casual Friday im Monat. Vielmehr überzeugen sie Kandidaten und Mitarbeiter mit individuellen Gesamtpaketen, die sie mithilfe von relevanten Daten schnüren. Wie sich aus Daten wertvolle Erkenntnisse gewinnen lassen, lesen Sie hier.

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt…

…muss der Prophet wohl oder übel zum Berg gehen. Und wenn qualifizierte Bewerber den fachkräftesuchenden Unternehmen nicht gerade die Tür einrennen, müssen sich diese eben „auf den Weg machen“ und die Bewerber selbst abholen. Dafür hat das Personalwesen in den vergangenen Jahren eine Vielzahl neuer Strategien entwickelt, die sich alle einer neuen „Geheimwaffe“ bedienen: Daten. Mehr noch als Mikroplastik im Ozean hinterlassen Menschen mit ihren digitalen Fußabdrücken Daten, die sie analysierbar und ihre Handlungen vorhersehbar machen. Ein Glück für die Unternehmen, die dadurch erfahren, wo und vor allem wodurch sich das dringend benötigte Personal abholen lässt.

Daten machen sexy

Es ist keinesfalls verwunderlich, dass es immer wieder dieselben Unternehmen im Ranking der besten Arbeitgeber in die Top Ten schaffen. Daimler etwa, oder Audi, Adidas, Google und Apple gelten unter Bewerbern nicht erst seit gestern als sexy. Das liegt nicht (nur) an den schicken Büros, kostenlosen Snackbars und einem Casual Friday im Monat. Vielmehr gelingt es ihnen, Kandidaten und Mitarbeiter mit individuellen Gesamtpaketen zu überzeugen, die sie mithilfe von relevanten Daten schnüren. Um die richtigen Personalentscheidungen treffen zu können, sammeln diese Unternehmen Unmengen von Informationen. Das fängt bei der persönlichen Erwartungshaltung von Arbeitssuchenden und Mitarbeitern an, über deren Verhaltensweisen, Bedürfnisse und Wünsche bis hin zu allgemeinen Branchentrends und der Entwicklung von Talentangebot und –nachfrage auf dem Arbeitsmarkt.

Das sollte zur Gewohnheit werden

Daten sammeln, Bewerber jagen? So einfach ist es nicht. Um aus Daten wertvolle Erkenntnisse zu gewinnen, die als Grundlage einer effektiven Personalmarketingstrategie dienen, müssen sich im Unternehmen in Bezug auf Datennutzung einige Gewohnheiten etablieren:

1. Daten sind die grundlegenden Elemente jeder HR-Strategie

Daten sammeln, analysieren und auswerten, um mit den daraus gewonnen Erkenntnissen eine Produktmarke aufzubauen oder die Kundenbindung zu stärken. Dieser Prozess gehört seit jeher zum Marketing, funktioniert aber ebenso im Personalwesen mit Arbeitgebermarke und Candidate Experience. Erfolgreiche Personaler nutzen deshalb heute ganz selbstverständlich Daten als rationale und solide Entscheidungsgrundlage.

2. Gutes Datenmaterial gilt als sichere Investition

Auch bei Daten gibt es enorme Qualitätsunterschiede. Unternehmen, die Datenmaterial möglichst günstig einkaufen wollen, sparen deshalb am falschen Ende. Studien belegen, dass 75 Prozent der Recruiter keinen Zugriff auf die Daten haben, die sie für ihre Entscheidungen brauchen und dass das zur Verfügung stehende Material meist nur zu 50 Prozent den qualitativen Anforderungen entspricht. Erfolgreiche Arbeitgeber setzen hier auf Qualität und investieren in gutes Datenmaterial.

3. Daten werden sinnvoll genutzt

Um Daten sinnvoll nutzen und konkrete Fragestellungen beantworten zu können, gelten zwei Grundvoraussetzungen: Sie müssen zugänglich sein und in einen aussagekräftigen Kontext gesetzt werden. Es geht also nicht allein darum, Daten zu sammeln, sondern sie auch richtig zu verwenden. Was sagen die Zahlen aus? Welche Erkenntnisse lassen sich daraus ziehen und wie auf die eigene Situation anwenden? Egal wie gut die Daten sind, wenn sie nicht konkret auf die eigene Recruiting-Strategie angewendet werden, sind sie völlig nutzlos.

4. Daten dienen dazu, messbare Ziele zu verfolgen

Bei der Unmenge an Daten kann man schnell den Überblick verlieren. Um sich nicht zu verzetteln, sollten Personaler klare Zielsetzungen formulieren und damit einhergehend die Daten bestimmen, die sie zur Erreichung dieser Ziele benötigen. Oft lohnt es sich hier, einen Experten zu Rate zu ziehen, der Daten richtig lesen kann oder auch bei der Datenerhebung beratend zur Seite steht. So stellt man sicher, dass die gesammelten Informationen später tatsächlich in eine sinnvolle Business-Strategie umgewandelt werden können, die nachweislich und messbar auf die zuvor gesteckten Ziele einzahlt.

5. Kein Copy&Paste: Daten werden individuell genutzt

Unternehmen sind auch nur Menschen und subjektiv in ihren Bedürfnissen und Zielsetzungen. Deshalb müssen auch relevante Informationen individuell ausgewertet und genutzt werden. Der Vergleich mit den Daten eines anderen Unternehmens und das Kopieren der jeweiligen Recruiting-Strategie ist also sinnlos.

6. Es geht immer noch besser

Datenbasiertes Recruiting ist ein fortlaufender Optimierungsprozess. Daten sind im Grunde immer nur eine Momentaufnahme und eine einmal entworfene Strategie kann in einem halben Jahr schon überholt sein. Das Sammeln und Auswerten relevanter Daten muss also zu einem stetigen Prozess im Personalwesen werden. Denn jede Datenmenge birgt die Möglichkeit, Strategien zu verbessern und die Arbeitgebermarke zu stärken.

 

 

Quelle: www.arbeitgeber-ranking.de, personalmarketing-nerds.de

Bildquelle: © PopTika - Shutterstock.com

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