Veröffentlicht von CareerBuilder Germany am 30 Juli 2018
Themen: Arbeitsalltag - Mitarbeiterführung - Mitarbeiterempfehlungen | Keine Kommentare

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Warum der Internationale Tag der Freundschaft am 30. Juli auch für Unternehmen von Bedeutung ist, liegt zumindest sozialwissenschaftlich klar auf der Hand. Freundschaften entstehen in den Augen der Wissenschaft nämlich zumeist dann, wenn häufiger Kontakt und Gemeinsamkeiten wie die gleiche Ausbildung, gleiche Interessen, Werte und Ziele zusammenkommen. Somit ist der Arbeitsplatz der ideale Nährboden für Freundschaften. Und von der Pförtnerloge bis zur Vorstandsetage ist niemand vor ihnen gefeit. „Ein Betrieb ist ein soziales System, in dem sich die Menschen sympathisch oder unsympathisch sind“, erläutert der Arbeitspsychologe Arthur Drexler gegenüber dem Karriereblog hafawo.at. „Natürlich entwickeln sich da Bekanntschaften, man geht miteinander auf ein Bier, segeln oder lädt sich zum Essen ein.“

Freundschaften unter Kollegen gibt es weltweit

Eine Umfrage des Karrierenetzwerks Linkedin unter knapp 12.000 Beschäftigten in 14 Ländern zeigte deutlich, wie sehr sich die Freundschaft am Arbeitsplatz auf die Motivation, ein gutes Arbeitsumfeld und den Spaß an der Arbeit auswirkt. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass die Freundschaft mit Kollegen für mehr Zufriedenheit im Berufsalltag sorge. 18 Prozent bestätigten eine positive Auswirkung auf ihre Arbeitsleistungen - nicht zuletzt, weil sich Freunde im Sinne einer gesunden Konkurrenz gegenseitig zu besseren Leistungen motivieren. „Kollegen, die sich mögen, unterstützen sich gegenseitig und sind loyal. Eine Anweisung von einem Freund wird lieber befolgt als von einem ungeliebten Vorgesetzten. So fällt die Arbeit dann leichter“, weiß Drexler.

Mit Risiken und Nebenwirkungen

Trotzdem stehen viele Unternehmen einem allzu freundschaftlichen Verhältnis zwischen Mitarbeitern skeptisch gegenüber. Nicht ohne Grund: Eine Freundschaft bedingt Vertrauen und Sympathie, die missbraucht bzw. von anderen geneidet werden können. Ein Streit unter befreundeten Kollegen führt unter Umständen dazu, dass sich beide Kontrahenten gegenseitig in ihrer Arbeit behindern. Die anderen Mitarbeiter bekommen Wind von der Sache, ergreifen womöglich Partei und vorbei ist es mit dem harmonisch effizienten Arbeitsablauf. Anders herum können besonders enge Freundschaften bei den außenstehenden Mitarbeitern das Gefühl der Benachteiligung hervorrufen. Besonders, wenn es sich um Kollegen unterschiedlicher Hierarchiestufen handelt. In diesem Fall müssen sich die Freunde auf klare Regeln und ein professionelles Miteinander während der Arbeitszeit einigen.

Freundschaften steigern die Motivation im Büro

Trotz aller Schwierigkeiten lohnt es sich für Unternehmen, den freundschaftlichen Umgang unter den Mitarbeitern zu fördern. Eine aktuelle Umfrage zur Arbeitsmotivation der ManpowerGroup hat ergeben, dass ein gutes Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzen der stärkste Motivator ist. 77 Prozent der Befragten gaben an, dadurch mehr Freude am Job zu haben. Für 45 Prozent ist es darüber hinaus wichtig, auch nach Feierabend einen guten Draht zu den Kollegen zu haben. Eine Gallup-Studie kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: 56 Prozent der Befragten, die mit jemandem am Arbeitsplatz eng befreundet sind, halten sich für sehr engagiert im Job, wohingegen 63 Prozent der Angestellten ohne befreundete Kollegen angaben, lediglich Dienst nach Vorschrift zu absolvieren. Und es gibt weitere Studien die belegen: Kollegen, die einander gut leiden können und sich gegenseitig unterstützen, arbeiten wesentlich effektiver als diejenigen, die ausschließlich auf den Job konzentriert sind.

Ruhig mal mit den Kollegen ausgehen – aber ohne Zwang

Unternehmen können dies fördern, indem sie die Möglichkeiten des Austausches auch jenseits von Schreibtisch und Flip-Chart schaffen – zum Beispiel durch eine Betriebssportgruppe, eine gemütliche Cafeteria, ein Team-Frühstück ohne Arbeitsbezug als Jour-fix, indem man zusammen mit Kollegen ausgeht oder andere außerbetriebliche Aktivitäten plant. Doch dabei darf niemand zur Teilnahme gezwungen werden. Jeder sollte akzeptieren, dass es trotz allem Mitarbeiter gibt, die eine strikte Trennung zwischen Beruflichem und Privatem vorziehen. Was die Pflege eigener Freundschaften innerhalb des Unternehmens betrifft, müssen Führungskräfte wohl einen geschmeidigen Spagat turnen können. Auf der einen Seite dürfen sie sich im Hinblick auf ein gutes Betriebsklima nicht unnahbar geben, auf der anderen Seite aber auch nie den Anschein der Bevorzugung einiger befreundeter Mitarbeiter erwecken.

 

Quellen: www.arbeits-abc.de, www.salesjob.de, www.manpowergroup.de, www.hafawo.at , www.handelsblatt.com
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