Veröffentlicht von CareerBuilder Germany am 26 Juli 2018
Themen: Karriereseite - Recruiting-Prozess - HR-Technologie-Trends | Keine Kommentare

In der Kürze liegt die Würze: Kurzbewerbungen als Zukunftsformat im Mobile Recruiting?Schon seit geraumer Zeit wird das Ende der klassischen Bewerbungsmappe mit ihrem ausführlichem Anschreiben, Lebenslauf und einem Stapel mehr oder weniger wichtigen Referenzen und Zeugnisse prophezeit. Doch der Wandel geht nur langsam vonstatten. Hauptsächlich, weil es Unternehmen schwer fällt, neue Prozesse im Recruiting zu etablieren. Fragt man hingegen die Kandidaten, so würden sich 73 Prozent lieber heute als morgen mobil mit einem Smartphone oder Tablet bewerben. 65,8 Prozent der Fachkräfte erwarten daher auch von Unternehmen heutzutage die Möglichkeit zur mobilen Bewerbung. So lauten die Ergebnisse der „Mobile Recruiting Studie 2017“, die das Portal meinestadt.de in Zusammenarbeit mit der Hochschule RheinMain durchgeführt hat.

Sind klassische Formate im mobile Recruiting noch sinnvoll?

Diese Ergebnisse sind deutlich, aber keine besonders große Überraschung. Ein Großteil unseres Lebens spielt sich inzwischen mobil ab: Einkaufen, Urlaub buchen, Kino-Tickets ordern, Fotos teilen, Glückwünsche versenden, privates wie berufliches Networking – sogar unsere Fitness bringen wir per Smartphone auf Vordermann. Das kleine Gerät macht vieles unkomplizierter und vor allem schneller. Warum nicht auch die Bewerbung? „Wer im Kampf um die besten Talente nicht den Kürzeren ziehen will, muss daher dringend auf das veränderte Nutzungsverhalten reagieren und auch Formate wie das klassische Anschreiben überdenken“, schreibt das Handelsblatt im Kontext mit besagter Studie.

Bewerben mit dem Smartphone und Tablet

Immerhin sind nur knapp sieben Prozent der befragten HR-Verantwortlichen der Meinung, dass die mobile Bewerbung nur ein vorübergehender Hype ist, während fast 70 Prozent davon überzeugt sind, dass Bewerbungen über Handys oder Tablets in Zukunft immer bedeutender werden. Ohne mobile Bewerbungsmöglichkeiten, so 45,8 Prozent der Personaler, würden Unternehmen langfristig Schwierigkeiten haben, neue Mitarbeiter zu finden. Die Praxis in den Personalabteilungen der Unternehmen hinke laut Handelsblatt dieser grundlegenden Erkenntnis noch gewaltig hinterher.

Neuer Trend: Die Kurzbewerbung

Dabei ist man auch in Personalabteilungen längst kein Freund mehr vieler Worte. Vor allem nicht in langatmigen, aus dem Internet zusammenkopierten Anschreiben und ellenlanger Auflistungen irrelevanter Praktika und Hobbies. Diese Bewerbungen kosten Zeit und sind meist weniger aussagekräftig als Profile auf Karriereplattformen und in den sozialen Medien. Kurzbewerbungen hingegen werden als neuer Trend gehandelt. Hier muss sich der Bewerber auf maximal drei Seiten auf das Wesentliche – in der Regel ein kurzes Anschreiben und seinen Lebenslauf – konzentrieren.

Präzise, übersichtlich und besser vergleichbar

Nicht nur im Rahmen von Online-Bewerbungsverfahren machen Kurzbewerbungen Sinn. In großen Unternehmen oder bei hohem Bewerbungsaufkommen reduzieren sie den Aufwand für den Personalverantwortlichen deutlich. Durch ihre kompakte Struktur, die wesentliche Informationen oft schon auf den ersten Blick offenbart, lassen sich Kandidaten in ihrer Eignung für die Stelle einfacher miteinander vergleichen. Hat ein Bewerber Potenzial, können weitere Referenzen, Arbeitsproben und Zeugnisse erbeten oder ein erstes kurzes Interview am Telefon bzw. via Skype vereinbart werden. Und gerade die Kürze der Bewerbung bietet durchaus kreativen Spielraum für den Kandidaten, zum Beispiel indem er seine Vita als Infografik aufbereitet.

Die Gretchenfrage: Anschreiben ja oder nein?

Bei der Frage, ob ein Anschreiben in einer Kurzbewerbung überhaupt notwendig ist oder nicht, scheiden sich die Geister. Die meisten Personaler begrüßen nach wie vor eine persönliche Argumentation des Kandidaten. Da er dafür in einer Kurzbewerbung nur eine knappe Seite Platz hat, ist er zudem gezwungen, einen kreativen Aufhänger zu finden und seine Eignung präzise in zwei bis drei Kernaussagen zu unterstreichen. Für leere Phrasen ist hier kein Platz. Orientieren sich Personalverantwortliche jedoch stringent am mobilen Nutzungsverhalten der Bewerber, müssen sie sich die Frage stellen, welche Dokumente im ersten Schritt wirklich relevant für den Bewerbungsprozess sind. Denn, wer sich schnell und unkompliziert mit dem Smartphone bewerben möchte, wird kaum ein passendes Anschreiben auf dem kleinen Geräte entwerfen können oder wollen.

Auch bei One-Click-Bewerbungen, die sich bei Kandidaten einer wachsenden Beliebtheit erfreuen, muss auf ein perfekt zugeschnittenes Anschreiben verzichtet werden. Hier wird per Mausklick lediglich das aktuelle Bewerberprofil aus einem Karrierenetzwerk oder einer Lebenslaufdatenbank in die Datenbank des gewünschten Unternehmens importiert. Ein Bewerbungskanal, der den mobile Lifestyle perfekt verkörpert und der künftig immer wichtiger für Unternehmen werden wird.

Klare Vorgaben in der Stellenbeschreibung

Ein Anschreiben kann nach wie vor sinnvoll sein – je nach Position und Vakanz. Führungskräfte zum Beispiel sollten durchaus angehalten sein, ihre Beweggründe für die Bewerbung und ihre Eignung für die Stelle klar und überzeugend in einem Anschreiben zu formulieren. Wer hingegen einen Berufskraftfahrer sucht, braucht eher relevante Informationen über den Besitz von Führerschein und hilfreichen Sprachkenntnissen, als ein ausformuliertes  Anschreiben. Wichtig ist, das Unternehmen ihre Erwartungen in Bezug auf die Bewerbung klar formulieren. Viele Kandidaten trauen dem  Wort „Kurzbewerbung“ noch nicht recht über den Weg. Erklären Sie daher in der Stellenanzeige immer deutlich, welche Informationen in welcher Form für die Bewerbung eingereicht werden müssen.

 

Quelle: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/beruf-und-buero/the_shift/mobile-recruiting-studie-2017-bewerben-wir-uns-bald-nur-noch-per-app/20165974-all.html?ticket=ST-6464949-zNEbDHNJSmJYvpoN4baH-ap6

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