Veröffentlicht von CareerBuilder Germany am 10 Mai 2017
Themen: Employer Branding - Kandidatenansprache - Stellenanzeigen | Keine Kommentare

Recruiting-Videos: Das neue Must-have der Stellenanzeige

Die audiovisuelle Mediennutzung ist heute in fast allen Bereichen ganz selbstverständlich geworden – auch im Personalmarketing. Vor allem junge Kandidaten erwarten vom zukünftigen Arbeitgeber einen gekonnten Umgang mit allen Medienformen und –kanälen. Recruiting-Videos werden in dem Zusammenhang immer wichtiger und bieten sowohl dem Unternehmen als auch den Bewerbern einen Mehrwert. Sie können Stellenanzeigen aber auch Karriereseiten ideal ergänzen und dabei insbesondere weiche Faktoren wie Work-Life-Balance und Arbeitsklima authentisch darstellen.

It’s a match: Kandidaten können besser beurteilen, ob die Firma zu ihnen passt

Wenn es über audiovisuellen Content in einer Stellenanzeige gelingt, Bilder in den Köpfen der Kandidaten entstehen zu lassen, die durch eine rein textliche Beschreibung nicht möglich sind, hat das positive Auswirkungen. Das Unternehmen erhöht seine (Arbeitgeber)Attraktivität und somit die Chancen auf qualifizierte Mitarbeiter. Da sich Videos hervorragend eignen, um emotionale Botschaften und ein authentisches Bild vom Arbeitsplatz zu übermitteln, können Kandidaten so besser einschätzen, ob die vakante Stelle wirklich zu ihnen passt. Das Unternehmen verbucht bereits in einem frühen Stadium des Recruitings wertvolle Matches. Denn je besser Bewerber und Unternehmen von Beginn an zusammenpassen, umso geringer fallen die Recruiting-Kosten am Ende aus.

Achtung: Ein Image-Film ist kein Recruiting-Video

Experten warnen jedoch vor übereiltem Aktionismus. Sich eine Kamera zu schnappen und munter drauflos zu filmen, liefert ohne Frage authentische Ergebnisse. Die können am Ende aber kontraproduktiv sein, weil sie die nötige Professionalität vermissen lassen. Auf der anderen Seite gibt es Unternehmen, die auch für das Recruiting ihre mit hohem zeitlichem und finanziellem Aufwand produzierten Imagefilme einsetzen. Knackige Slogans, berührende Hintergrundmusik, viel Weichzeichner und eine markante Stimme aus dem Off sind aber für eine andere Zielgruppe bestimmt und nicht für potentielle Bewerber.

Die richtigen Argumente durch journalistische Elemente verstärken

Der Recruiting-Video-Spezialist Sascha Baron warnt vor dem Einsatz von Image-Filmen im Personalmarketing: „Ich gehe soweit und behaupte, Imagefilme sind kontraproduktiv und schaden dem Unternehmen. Vor allem deshalb, weil Imagefilme eine völlig verzerrte Wirklichkeit zeigen und zeigen sollen.“ Er vergleicht Image-Filme mit Hochglanzbroschüren, die sich in erster Linie an Kunden richten und eindrucksvoll zeigen, wie erfolgreich das Unternehmen ist und welches Portfolio es zu bieten hat. Die Zielgruppe von Recruiting-Videos ist jedoch eine andere. „Recruiting-Videos sind keine Werbefilme, sondern journalistische Beitragsformen mit Interviews, Reportage- und Dokumentationselementen“, erklärt Baron. „Es kommen Mitarbeiter und Vorgesetzte – aus der Sicht des Bewerbers also zukünftige Arbeitskollegen – zu Wort, die über ihre Arbeit berichten und Gründe thematisieren, die für das Unternehmen als Arbeitgeber sprechen. Der Film spricht gezielt Bewerber an.“ Und diese wären schnell enttäuscht, wenn sie feststellen, dass die bunte Welt des Image-Films nicht unbedingt der Realität entspricht.

Auch Länge und Platzierung des Videos sind wichtig

Ein gelungenes Recruiting-Video ist daher eine perfekte Mischung aus Information und Unterhaltung. Alle relevanten Informationen zur vakanten Stelle und authentische Einblicke in den Firmenalltag müssen in ein unterhaltsames Format gebracht werden, das den zeitlichen Rahmen von etwa zwei Minuten nicht sprengt. Innerhalb der Stellenanzeige sollte das ganze so geschickt platziert werden, dass es die Aufmerksamkeit des Kandidaten weckt. Den eigenen Mitarbeitern kommt im Recruiting-Video eine besondere Bedeutung zu. Sie sind quasi die Markenbotschafter des Unternehmens. Nicht für die hauseigenen Produkte oder Dienstleistungen, sondern für die Arbeitgebermarke.

Mitarbeiter sind die Markenbotschafter im Recruiting-Video

Bei der Auswahl der passenden Testimonials sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, nicht unbedingt Modellmaße und ein strahlendes Kamera-Lächeln. Ohnehin identifizieren sich die meisten Menschen mit Werbeträgern, die ihnen selbst ähneln. Von der Bewerberzielgruppe können daher wertvolle Rückschlüsse auf die Auswahl der richtigen Protagonisten für das Recruiting-Video gezogen werden. Voraussetzung ist, dass die Mitarbeiter freiwillig und aus eigenem Antrieb an der Entstehung des Recruiting-Videos mitwirken. Nur so entwickelt das filmische Ergebnis durch Authentizität die gewünschte Überzeugungskraft und weckt Begeisterung beim Kandidaten.

Authentizität ja, aber nicht auf Kosten der Professionalität

Spätestens bei der Umsetzung sind die meisten Unternehmen gut beraten, sich professionelle Hilfe durch externe Dienstleister zu holen, die Arbeitsplatz und Mitarbeiter vor der Kamera wortwörtlich ins rechte Licht rücken. „Manche Unternehmen sind der Ansicht, dass eine amateurhafte Eigenproduktion besonders authentisch wirken muss. Das Ergebnis ist dann eher peinlich als authentisch“, weiß Sascha Baron. Da Authentizität jedoch durch den Grad der Übereinstimmung zwischen einer Tatsache und deren Darstellung bestimmt wird, muss auf Professionalität nicht verzichtet werden, solange die Darstellung die Tatsachen genau widerspiegelt. Sein Fazit: „Ein gutes Recruiting-Video hat eine klare Zielgruppe, ist authentisch, thematisiert die weichen Faktoren und trägt eine journalistische Handschrift.“

 

Quellen: https://www.jobnet.de/news/gute-recruiting-videos

https://hr-marketing.com/recruiting-videos-auf-dem-vormarsch/

Bildquelle: © Africa Studio - Shutterstock.com

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