Veröffentlicht von CareerBuilder Germany am 09 Mai 2016
Themen: Mitarbeiterführung - Mitarbeiterbindung - Employer Branding | Keine Kommentare

Fotolia_89224897_S.jpgEin Gastbeitrag von Jasmin Schmidt

Der Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit der Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber. Die Identifikation bewirkt ein Wir-Gefühl beim Mitarbeiter, er empfindet sich als Teil des Unternehmens. Es kommt dabei zur Internalisierung von Zielen, der Mitarbeiter macht die Ziele des Unternehmens zu den seinen und wird dadurch zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Dies ist eine der drei extrinsischen Quellen der Motivationen nach Barbuto und Scholl.

Neben dem besseren Erfolg des Unternehmens kommt es durch die Ausrichtung der ganzen Belegschaft auf die Ziele des Unternehmens auch zu einem besseren Arbeitsklima, denn alle wollen dasselbe erreichen und alle ziehen am selben Strang.

Doch wie lässt sich die Identifikation des Mitarbeiters erreichen? Das Unternehmen muss dem Mitarbeiter das Gefühl geben, ein wichtiger Teil des Ganzen zu sein. Wichtige Mitarbeiter werden in das Unternehmen eingebunden: Sie werden informiert, angehört, gefördert und am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Wichtigen Mitarbeitern macht man auch kleine Geschenke, und mit gemeinsamen Veranstaltungen kann man zusätzlich das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer Gruppe und der Firma steigern. Da sich alle Mitarbeiter mit dem Unternehmen identifizieren sollen, sind alle Mitarbeiter wichtige Mitarbeiter und wie solche zu behandeln. Vom Ingenieur bis zur Putzkraft.

Mitarbeiter informieren aus allen Ebenen

Wie läuft das Unternehmen und was sind die größten Projekte? Was sind die zukünftigen Herausforderungen? Gibt es wichtige Neuerungen z. B. in der Branche? Dies sind zentrale Themen des Unternehmens – und wichtige Mitarbeiter werden über zentrale Themen informiert. Da jeder Mitarbeiter ein wichtiger Mitarbeiter sein soll, muss auch jeder informiert werden. Regelmäßige Informationsveranstaltungen sollten dabei nicht nur auf Abteilungsebene – also durch den Abteilungsleiter – stattfinden. Das Management selber sollte regelmäßig in die Abteilungen gehen und Informationsveranstaltungen abhalten.

Und dies bis hinunter in die Putz-Abteilung: Wenn die Putzkraft sich für wichtig genommen fühlt, dann wird sie ganz anders mit ihrer Arbeit umgehen. Sie räumt nicht mehr einfach nur den Dreck der anderen weg, sie ermöglicht den anderen erst die Produktivität, indem sie diesen die Sauberkeit erschafft, die ihnen das produktive Arbeiten erst ermöglicht.

Zusätzlich empfehlen sich die üblichen Veranstaltungen wie Betriebsversammlungen und Tage der offenen Tür für Mitarbeiter und ihre Familien.

Mitarbeiter Meinungen und Vorschläge erkennen

Wenn wichtige Mitarbeiter eine Meinung zu einem Thema in der Firma haben, dann hört man ihnen zu. Für Probleme schafft man am besten entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten und eine professionelle Gesprächsmoderation.

Für Verbesserungsvorschläge bietet sich eine Stabsabteilung Vorschlagswesen an, denn ein Vorschlagswesen mit Prämien im Unternehmen und die Identifikation mit dem Unternehmen bedingen sich gegenseitig. Gerade Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren, werden sich einbringen, und umgekehrt wird das Einbringen vom Arbeitgeber belohnt, er betrachtet den vorschlagenden Mitarbeiter als wichtig, der Mitarbeiter kann etwas bewegen und zum Erfolg des Unternehmens einen wichtigen Beitrag leisten.

Denn niemand weiß so gut wie die betroffenen Mitarbeiter, was falsch läuft im Unternehmen. Und niemand weiß so gut wie die betroffenen Mitarbeiter, was man besser und kostengünstiger machen könnte. Nicht nur die Ingenieure, deren ureigene Aufgabe dies ist, auch alle anderen Mitarbeiter können zu Verbesserungen und Kosteneinsparungen beitragen, wenn man sie anhört.

Mitarbeiter fördern

Die Arbeit der Mitarbeiter wertzuschätzen bedeutet auch, sie fortzubilden und zu fördern. Wer nicht fortgebildet und gefördert wird, bekommt schnell den Eindruck, dass er ein unwichtiges Rädchen mit unwichtiger Arbeit ist.

Das Wissen um wichtige Arbeitsprozesse sollte immer auf der Höhe der Zeit sein. Nur bei unwichtiger Arbeit ist es dem Arbeitgeber egal, wie sie gemacht wird. Auch das gilt für den Ingenieur wie für die Putzkraft. Technischen Fortschritt und neue Entwicklungen gibt es nicht nur bei den Ingenieuren, auch die Methoden der Reinigung und ihre Sicherheitsaspekte entwickeln sich stetig weiter.

Dies gilt ebenso für die Entwicklung der sozialen Kompetenz, die sich unmittelbar auf das Arbeitsklima auswirkt. Fortbildungen in gruppendynamischen Prozessen sind für alle Gruppen im Betrieb sinnvoll.

Förderprogramme prüfen und fördern nicht nur die Eignung für höhere Aufgaben, sie wirken sich ebenso auf die Identifikation der Mitarbeiter aus: Das Unternehmen hält den Mitarbeiter offensichtlich für wichtig und fähig. Eine Umsetzung für weite Bereiche der Mitarbeiter ist überlegenswert.

Mitarbeiter am Erfolg beteiligen

Die Mitarbeiter machen den Erfolg der Firma aus, sie sind der Erfolg der Firma. Wenn die Mitarbeiter Teil der Firma sein sollen, sollten sie auch Teil des Erfolges sein. Die Identifikation kann man fördern, indem man einen Teil des Erfolges an die Mitarbeiter ausschüttet.

Zwei Formen von Bonuszahlungen sind gemeinhin üblich: ein Bonus im Verhältnis zum Gehalt und ein Bonus unabhängig vom Gehalt, bei dem jeder Mitarbeiter vom Chef bis zur Putzkraft den gleichen Betrag erhält. Die zweite Form ist dabei identitätsfördernder: Der Ingenieur bekommt relativ zu seinem Gehalt nur unbedeutend weniger als bei der ersten Form, die Putzkraft aber ungemein mehr. Mögen die Worte der Geschäftsführung, dass jeder Mitarbeiter ein wichtiger Teil der Firma sei, noch angezweifelt werden können, so ist eine Bonuszahlung in einer Höhe von zwei oder drei Monatsgehältern für eine Putzkraft schon deutlich beeindruckender in dieser Hinsicht.

Bonuszahlungen aufgrund der sehr beliebten Zielvereinbarungen haben sich Studien zufolge für die Firma eher nicht als produktivitätsfördernd erwiesen. Das Handeln wird auf das Erreichen der eigenen Zielvereinbarung ausgerichtet und von den Zielen der Firma entkoppelt. Die Identifikation mit der Firma und damit die Produktivität für die Firma sinken.

Eine weitere Möglichkeit sind Aktienkaufprogramme bei Aktiengesellschaften bzw. artverwandte Beteiligungsmodelle: Der Mitarbeiter kann einen Teil seines Gehaltes in Firmenaktien zu einem rabattierten Kaufpreis investieren. Auch dies stellt eine Beteiligung am Erfolg der Firma dar – zumindest solange die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens positiv ist. Nebenbei bemerkt erfüllt das die ureigene Forderung der Arbeiterbewegung: die Beteiligung des (Mit-)Arbeiters an den Produktionsmitteln.

Kleine Aufmerksamkeiten erhalten die Freundschaft, Gruppenveranstaltungen steigern das Zusammengehörigkeitsgefühl

Wichtigkeit kann man auch durch kleine und große Aufmerksamkeiten und Belohnungen fördern. Dies reicht von Visitenkarten für wirklich jeden Mitarbeiter – denn oft bekommen nur „wichtige Mitarbeiter“ bekommen – über Titel bis hin zu regelmäßigen Abteilungsveranstaltungen wie Abteilungsessen auf Firmenkosten, Firmenausflügen und der Förderung von gemeinsamen Sport- und Freizeitaktivitäten innerhalb und außerhalb der Firma. 

 

Jasmin Schmidt ist Redakteurin bei Overnightprints. Recherchen zu Branchenentwicklungen im Druckbereich, neue Drucktechnologien sowie Marketingstrategien mit Printmedien und klimaneutrale Produktion gehören zu den bevorzugten Themengebieten. Overnightprints.de als Online Druckerei legt dabei Schwerpunkte auf ein kleines aber sorgfältig ausgewähltes Sortiment hochwertiger Printprodukte, ideal für den Einstieg ins Qualitätsmarketing.

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