Veröffentlicht von CareerBuilder Germany am 17 Februar 2017
Themen: Mitarbeiterbindung - Gastbeiträge - Mitarbeiterführung | 1 Kommentar

Teambuilding meets Charity: Mitarbeiter motivieren und gleichzeitig Gutes tunEin Gastbeitrag von Meinrad Müller.

Wenn Teambuilding oft auch als langweilig empfunden wird, weil Mitarbeiter dazu beordert werden, dann ist ein karitativer Ansatz eine gänzliche Neuheit, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer emotional sehr erfasst. Ein Event, der beispielsweise dazu dient Landminenopfern zu helfen, wird von allen als sehr Sinn stiftend empfunden.

250.000 Menschen weltweit, ein Großteil davon Kinder, wurden Opfer einer versteckten Landmine. Gerade Kinder, die aus Neugier dieses neue "Spielzeug" berührten, verlieren nicht selten ihr Leben, zumindest aber Gliedmaßen. Die UN spricht von 110 Millionen aktiver Landminen weltweit. Monatlich sind 2000 neue Opfer zu beklagen, mithin alle 20 Minuten ein neuer Vorfall.

Charity-Teambuilding

Angesichts der Hunderttausenden von Opfern, deren Schicksal nur zum Teil gelindert werden kann, leistet der Bau einer robusten Handprothese große Hilfe. Für die Betroffenen ist der Erhalt eine Prothese jedoch lebensverändernd und bedeutet eine Vervielfachung ihrer Lebensqualität. Obwohl die Maßnahme nicht als unterhaltsam im herkömmlichen Sinne empfunden wird, sind doch alle mit höchster Konzentration bei der Sache. Das Teambuilding geschieht, sozusagen nebenbei.

Kurz gesagt: Gutes Tun!

Wie kann nun im Rahmen eines Teambuildings ein konkretes karitatives Ziel erreicht werden? Zu Beginn der Veranstaltung wird ein Video gezeigt, das Landminenopfer und deren Schicksal verdeutlich. Hierdurch geschieht eine sofortige Sensibilisierung, die oft zu Tränen rührt. Gilt es nun ein "höherwertiges" Ziel zu verfolgen, dann sind alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hoch motiviert bei der Sache. Es werden aus 30 Einzelteilen Handprothesen zusammengebaut, welche in der Dritten Welt Kindern geschenkt werden.

Eine gute Sache welche Sinn stiftet

Die Sinnhaftigkeit dieses Teambuildings, die Verfolgung eines gemeinsamen höherwertigen und zugleich emotional anrührenden Zieles lässt ungeahnte Teamenergie zutage treten. Ein Wettbewerb, welches Team am Schnellsten fertig wird, wird hier nicht gefordert.

Und weil alle eine Hand in eine Schaumstoffhülle stecken, ist selbst das Anbringen eines kleinen Schräubchens nur mit Hilfe einer Kollegin oder eines Kollegen möglich. Die Notwendigkeit der Kooperation zeigt die Stärken des Teams und wirkt sich langfristig auch im beruflichen Alltag positiv aus.

Die unterschiedlichen Stärken der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fügen sich ineinander und werden beim Event deutlich erkennbar, weil das Ziel, die Lebensqualität eines konkret Betroffenen maßgeblich zu verbessern, mehr als motiviert und inspiriert.

Konkrete Hilfe für ein Opfer in der Dritten Welt

Das Gemeinschaftsgefühl, einem konkreten Menschen in der Dritten Welt zu helfen, wird überdeutlich im Eifer des Zusammenbaus der Prothese. Eine gute Gelegenheit das Zusammenwirken von Teams nachhaltig zu verbessern, da die Stärken in einer besonders emotionalen Situation zutage treten. Bereits das Lesen der Zusammenbauanleitung lässt unterschiedliche Herangehensweisen in einer herausfordernden Situationen erkennen.

Da der Kursleiter nicht eingreift, ist ein Besinnen auf die eigenen Kräfte gefordert, was überraschende Persönlichkeitsstrukturen offen werden lässt.

Gerade das einhändige Arbeiten, weil die zweite Hand in eine Schaumstoffhülle gesteckt wird, bewirkt ein sich Hineinfühlen in die Minenopfer auf höchst  emotionale Weise.

Stärken werden unmittelbar sichtbar

Aus 30 Einzelteilen baut jeder Tisch, idealerweise mit je 3 bis 4 Personen, mit Hilfe einer bebilderten Anleitung eine Prothese. Weil alle durch das Benutzen von nur einer Hand in ihrer Arbeit behindert sind, wird eine Kooperation zwangsläufig eingefordert und praktiziert. Oft sind drei Hände, d.h. drei Personen, erforderlich um einen Finger der Prothese zu befestigen.

Umso größer ist der Stolz des Gelingens, zumal die Prothese "nicht nur" Gegenstand eines Events war, sondern einem konkreten Betroffenen zugute kommt.

Erfreulicher Nebeneffekt selbst nach Wochen

Ein Foto nebst E-Mail-Adresse der Teams kommt mit in jede Versandtasche, so dass die Empfänger mit einem "Thank you" antworten können. Dies verbindet die Teams erneut auf herzerwärmende Weise.

Der zeitliche Rahmen von maximal drei Stunden ermöglicht so Halbtags-workshops, ein ganzer Arbeitstag geht nicht verloren. Die Events können im Hause oder extern z.B. in einem Hotel stattfinden.

Die Verteilung und die medizinisch korrekte Anpassung an Hände und Arme übernimmt Rotary International weltweit in Krisengebieten.

 

Über den Autor:

Meinrad Müller ist Inhaber von www.company-charity.de. Sein Team führt Workshops in Deutschland, der Schweiz und in Österreich durch.

 

Quellen:

Landminen, Fakten: https://newint.org/easier-english/landmine/lmfacts.html, https://www.un.org/disarmament/convarms/landmines/, http://ask.un.org/faq/14494, http://research.un.org/en/mines/statistics, http://www.un.org/press/en/2009/gaspd439.doc.htm

Rotary Prothesenverteilung: http://timesofindia.indiatimes.com/city/nagpur/rotary-clubs-helping-hand-brings-cheer-to-300-disabled/articleshow/56987212.cms?from=mdr

Bildquelle: © AppleZoomZoom - shutterstock.com

Hinterlassen Sie einen Kommentar